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Atomkraft? Nein Danke! |
| Die CDU will
die "Nutzung
der Atomkraft" zum Thema ihres nächsten
Bundestagswahlkampfes machen. Aus den Reihen der CSU kamen Forderungen
nach dem Bau neuer
Atomkraftwerke (möglicherweise nach unionsinternen Gesprächen
verkündet Herr Huber (CSU, Parteichef)
am
14.07.2008: Ein Neubau von Atomkraftwerken steht "derzeit nicht zur
Debatte"). CDU und CSU wollen den Weiterbetrieb der bestehenden
Atomkraftwerke durchsetzen.
Damit verlassen CDU und CSU den Konsens zum Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft. Als Argumente für eine Renaissance der Atomkraft werden der Klimaschutz und die unaufhörlich steigenden Preise für die fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas ins Feld geführt. Es gibt sogar Stimmen aus der CDU/CSU, welche uns im gleichen Atemzug mit der Wind- oder Solarenergie die Atomkraft als "Öko-Energie" schmackhaft machen wollen. Der Begriff "Sicherheit" wird in Wort- und Schriftbeiträgen der Politiker dieser beiden Parteien im Zusammenhang mit "unseren deutschen Atomkraftwerken" auffallend oft und in allen möglichen Variationen verwendet ... - gerade so, als würde man damit alle Sicherheitsbedenken und die Angst vor gesundheitlichen Schäden als Folge von Atomunfällen wegbeten können. |
Stand: 16.08.2008
Drei Angriffswellen auf den Atomkonsens
Wer nach der Vereinbarung über den Austieg aus der Nutzung der Atomkraft meinte, die latente Bedrohung durch mögliche Unfälle in Atomkraftwerken werde in einem absehbaren Zeitrahmen abnehmen, der muss sich durch die jüngsten Äußerungen in den meisten politischen Lagern gründlich getäuscht sehen.
Die Frankfurter Allgemeine schrieb am 05. Juli 2008 in ihrer Online Ausgabe, die Pro-Kernenergiefraktion greife in drei Wellen an:
Die erste Welle sind die
Klimaretter
- Behauptung: Atomstrom ist CO2 frei
Die zweite Welle sind die
Patrioten
- Sie suggerieren, Deutschland sei mit Atomstrom
unabhängig von Energieimporten aus Ländern wie Russland und den Golfstaaten
Die Klima-Gas-Emissionen der Atomenergie
Atomkraft ist keine Lösung zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe. Die Gefahren eines Atomunfalls und die ungelöste Endlagerfrage für Atommüll sind nicht ungefährlicher für die Menschheit als CO2 aus fossilen Energieträgern. In den Medien wird jedoch gebetsmühlenartig die These vom klimafreundlichem Atomstrom wiederholt: Atomkraft sei eine emissionsfreie Energiequelle, da für die Stromerzeugung ja nichts verbrannt werde.
Atomenergie schützt das Klima nicht!
Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz wird immer nur über das während des Betriebs herkömmlicher Kraftwerke bei der Verbrennung enstehende CO2 gesprochen und in Realition zu den CO2 Emissionen gesetzt, die beim Betrieb eines Atomkraftwerks entstehen. Diese Betrachtungsweise ist irreführend. Bereits beim Uran-Abbau und der Weiterverarbeitung zu Brennstäben wird nämlich CO2 in die Atmosphäre emittiert. Diese Tatsache wird von den Befürwortern der Atomkraft jedoch gerne verschwiegen. Die Berechnungen einiger Wissenschaftler, die den gesamten Prozess in ihren Kalkulationen berücksichtigen, zeigen ein ganz anderes Ergebnis.
Das Ökoinstitut Darmstadt hat versucht, CO2-Gesamtbilanzen für die verschiedenen Energieträger zu erstellen. Dabei hat sich gezeigt, dass bei der Erzeugung von Atomstrom 25-50 Gramm CO2 pro erzeugte Kilowattstunde entsteht. Da die Abwärme der Atomkraftwerken fast gar nicht energetisch genutzt wird, ist das mehr CO2 als bei modernen Gas-Blockheizkraftwerken emittiert wird. Ein Gas-Blockheizkraftwerk emittiert etwa 23 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom (Kurzbericht zum GEMIS Modell von Januar 2001, Ökoinstitut Darmstadt). In dem GEMIS Modell werden mögliche Emissionen der Atommüllbehandlung noch nicht einmal berücksichtigt.
In einer Studie von Günther Haupt für die Firma Siemens zum CO2 Ausstoß der Atomkraft sind es „nur“ 25 Gramm pro erzeugte Kilowattstunde. Hier wird der Betrieb des AKW´s, die Bereitstellung des Brennstoffs und der Anlagenbau berücksichtigt. Auch hier finden sich keine Daten zur Lagerung des Atommülls. Welche Posten unter „Bereitstellung des Brennstoffs“ fallen, ist hier nicht aufgezählt.
Die Ergebnisse dieser beiden Studien von Auftraggebern aus dem Lager der Atomkraft Befürworter (Siemens) bzw. der Atomkraft Gegner (Ökoinstitut Darmstadt) widerlegen damit eindeutig die Legende von der CO2-emissionsfreien Atomkraft!
In weiteren Studien zu den C02 Emissionen der Atomenergie ist die Rede von (inzwischen widerlegten) Minimalwerten um 5 Gramm und Maximalwerten, die bei 129 Gramm pro Kilowattstunde liegen. Die Grundlagen der Betrachtungen wiesen, je nachdem was mitgerechnet wird, große Abweichungen auf. Zusammenfassend lässt sich jedoch festhalten:
Atomkraft ist nicht CO2 frei
Mit fossilen Energieträgern betriebene Gas-Blockheizkraftwerke erzeugen weniger CO2 als Atomkraft.
Einflus auf das Klima von Krypton 85
Das radioaktive Edelgas Krypton 85, welches im Atomkraftwerk entsteht und spätestens bei der Wiederaufarbeitung oder Konditionierung von Atommüll frei wird, findet bei aktuellen Klimadebatten keine Beachtung. Die Konzentration von Krypton 85 in der Erdatmosphäre hat in den letzten Jahren durch die Atomspaltung stark zugenommen, und war noch nie so hoch wie heute. Das kaum beachtete Krypton 85 wirkt sich intensiv auf das Klima aus, spielt jedoch in der aktuellen Diskussion keine Rolle.
Roland Kollert hat 1994 Studien zu den Auswirkungen von Krypton 85 durchgeführt und sagt dazu: „Ein Krypton-85-spezifischer, also durch Atomenergie verursachter Treibhauseffekt und anders geartete Störungen von Klima und Wetter sind möglich, wenn die Konzentration des Krypton-85 in der Atmosphäre weiter steigt“. Leider fehlt eine allgemein anerkannte Quantifizierung der Wirkung von Krypton 85 im Verhältnis zu CO2.
Atomkraft ist nicht billig, dafür aber
endlich
Der Anteil der Atomergie an der weltweiten Energieerzeugung ist mit nur 5% sehr gering. Selbst bei einer Verzwölffachung der Atomenergie bis zum Jahre 2050 würde das klimaschädliche Kohlendioxid von heute 24 auf über 43 Milliarden Jahrestonnen ansteigen, und die Uranreserven würden dafür nicht ausreichen, da schon jetzt die Uranreserven für den Betrieb der vorhandenen Leichtwasserreaktoren nur noch für wenige Jahrzehnte reichen.
Atomkraft macht Deutschland nicht unabhängig. Die Abhängigkeit Deutschlands vom Uran ist schon jetzt nicht zu vernachlässigen. Bereits 2005 wurde mehr als 25% des Stroms aus Atomkraft erzeugt. Uran der Atombrennstoff stammt nicht aus Deutschland und muss deshalb importiert werden. Als Verbraucher steht Deutschland im Wettbewerb mit den Hauptabnehmern Frankreich, Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist abzusehen, dass in naher Zukunft auch Staaten wie Indien und China als Konkurenten um den knappen Rohstoff dazukommen werden. Die langfristige Sicherung der Versorgung mit Uran ist also alles andere als sicher. Der Rohstoff wird bei knapper werdenden Resourcen mit Sicherheit teuerer werden.
Atomstrom ist schon jetzt nicht "billig". Atomstrom ist nur billig weil ...
... Forschung und Entwicklung der Nutzung der Atomkraft massiv gefördert, und der Bau von Atomkraftwerken subventioniert wurde.
... die Versicherung der Atomkraftwerksbetreiber im Falle eines Super GAU nur einen Bruchteil des Schadens abdecken würde.
Die Hauptlast trügen die Steuerzahler. Würden sich die Versicherungsbeiträge an den real zu erwartenden Schäden orientieren, wäre der Atomstrom mit Abstand die teuerste Energieerzeugung.
(Quellen: Iris von Knorre, Greenpeace)
Der für Energiepolitik verantwortliche SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber warf der CDU/CSU vor, den Menschen in der aktuellen Diskussion um steigende Energiepreise die Unwahrheit zu sagen: Wenn längere Laufzeiten der Atommeiler zu sinkenden Strompreisen führen würden, dann müsse heute gar nicht über hohe Preise gesprochen werden, da die Kraftwerke ja noch laufen würden. Stromkunden sparen mit Atomkraft nicht mehr als 50 Cent im Monat. Der Austausch einer einzigen 60-Watt-Glühlampe durch eine Energiesparlampe spart mehr Geld.
(Quellen: Frankfurter Allgemeine vom 07.07.2008, Spiegel Online vom 07.07.2008)
Zusätzlich zu den bisher betrachteten Kosten der Atomkraft darf auch der Abriss stillgelegter Atomkraftwerke, und die damit verbundenen Risiken für die Umwelt, nicht vergessen werden. Große Teile eines Atomkraftwerks werden beim Abriss zu Atommüll. Um das Personal und die Umwelt vor der Kontamination mit radioaktiv strahlendem Material zu schützen sind beim Abriss umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Das hat zur Folge, das der Abriss eines Atomkraftwerks sich über viele Jahre hinzieht, und dass dabei Kosten in Höhe einiger Hundertmillionen Euro zu erwarten sind.
Zur Entsorgung des Atomkraftwerks Stade werden zum Beispiel 300 Mitarbeiter über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren mit der Demontage, Zerlegung, Dekontamination und Beseitigung bzw. Lagerung des Abrissmaterials aus der Anlage beschäftigt sein. Vier Jahre und 170 Millionen Euro kostete der Bau ... - zwölf Jahre und 500 Millionen Euro wurden für den Abriss des Atomkraftwerks veranschlagt.
(Quelle: Hamburger Abendblatt vom 14.11.2003)
Zitate
Herr Schroeren (Sprecher von Herrn Gabriel, SPD, Umweltminister): "Es gibt keine neuen Argumente für die Atomenergie. Es gibt nur eine Endlosschleife, in der dieselben falschen Argumente ständig wiederholt werden. Atomkraft macht den Strom nicht billiger (FAZ 07.07.2008)
Thomas Breuer (Greenpeace): "Wir brauchen die Atomkraft nicht, sie blockiert lediglich sinnvolle und nachhaltige Lösungen. Deutschland ist mit seinem Ausbau erneuerbarer Energien ein Beispiel dafür, wie es auch ohne die technisch riskanten Atommeiler gehen kann." (Der Tagesspiegel, 07.07.2008)
Erhard Eppler (SPD): "Wenn es der Union nur darum geht, den Übergang zu erneuerbaren Energien abzusichern, dann könnte sie der SPD ja ein Angebot machen: Wenn die SPD bereit ist, einige Meiler länger laufen zu lassen, dann schreiben wir gemeinsam in die Verfassung, Atomkraftwerke werden nicht mehr gebaut. Es kommt darauf an, die Atomenergie weltweit auslaufen zu lassen" (Der Tagesspiegel, 07.07.2008).
Der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz hat einmal recht bildhaft über das Gefährdungspotential durch radioaktive Strahlung gesagt:
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"Es ist einfach nicht wahr, daß es eine untere Grenze der Strahlung gibt die noch erträglich ist. Die Strahlung mit der wir es zu tun haben ist ja eine Korpuskularstrahlung; das heißt es fliegen Teilchen. Einige treffen, einige Leute kriegen Karzinom, aber die Frage wie stark ist die erträgliche Strahlung ist genauso dumm wie wenn sie fragen 'welche Dichte von Infantriebeschuß ist noch erträglich'. Das hängt davon ab wie lang g´schossen wird und wieviel Leute im Weg stehen." (Konrad Lorenz 1978 in Tulln, Österreich) |
Das Märchen von der sicheren Atomkraft
...
... oder wie wir lernten mit
der Lüge zu leben
Bei einem schweren Atomunfall in Südfrankreich sind bei Reinigungsarbeiten bei der Firma Socatri in der Nacht vom 7. zum 8. Juli in Tricastin, der zweitgrößten französischen Atomanlage, 30 Kubikmeter Flüssigkeit mit 360 Kilogramm abgereichertem Uran ausgeflossen. Die Bevölkerung wurde erst Stunden später informiert. Über den wirklichen Unglückszeitpunkt und das Ausmaß der Strahlenverseuchung gingen die Angaben am Mittwoch auseinander.
Greenpeace: "Das Leck trat Montag um 23 Uhr auf."
Am Dienstag um 6.30 Uhr gab Socatri Werksalarm.
Am Dienstagmittag rief Socatri sie Atomaufsichtsbehörde ASN (Autorité de sûreté nucléaire) und die Präfektur zu Schutzmaßnahmen auf.
Unabhängige Experten warnten vor der Giftigkeit des Urans und dem Krebsrisiko durch die Strahlung.
Umweltschutzbewegung "Sortir du Nucléaire": "Wer Uranpartikel einatmet oder mit dem Wasser aufnimmt, setzt sich einer erheblichen Krebsgefahr aus."
Die Atomaufsicht nannte das Gesundheitsrisiko "gering" und stufte den Vorfall auf der Gefahrenskala von null bis sieben mit eins ein.
Greenpeace: "Stufe drei ist korrekt, weil radioaktives Material in die Umwelt gelangt ist. Die Maßnahmen der Präfektur sprechen sogar für Stufe fünf."
Socatri: "Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Höchstwert für die Trinkwasserbelastung wurde kurzzeitig um den Faktor 1000 überschritten."
Kommission für Unabhängige Forschung und Information über Radioaktivität (CRIIRAD): "Die zulässige Jahres-Obergrenze wurde vermutlich um das Hundertfache überschritten. Der Vorfall belegt die Unsicherheit der Anlage."
(Quelle: Weser Kurier online vom 10.07.2008, Greenpeace)
(Quelle: Frankfurter Allgemeine, 11.07.2008)
Die Versuche, derartige Vorfälle zu vertuschen oder die Wahrheit zu verschleiern
und kleinzureden haben in der Atomindustrie Methode - auch in Deutschland:
1976:
Erst im Jahr 1990 wird bekannt, dass bereits 1976 bei einem Brand im
Maschinenraum des DDR-Atomkraftwerkes Greifswald eine einzige Noteinrichtung die
Kernschmelze verhindert hatte. 1974, 1981, 1988 und 1989 soll es in Greifswald
weitere verschwiegene schwere Störfälle gegeben haben.
September 1977:
Nach Revisionsarbeiten wird der Reaktor Neckarwestheim (Baden-Württemberg) zu
schnell hochgefahren. Das Werkspersonal hatte die Nachlaufzeit eines
Anzeigengerätes unterschätzt. Der Störfall wird erst zwei Monate später bekannt.
Juni 1978:
Aus einem Rohr im Maschinenraum des AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein)
entweichen rund 100 Tonnen radioaktiver Dampf ins Freie. Die Öffentlichkeit
erfährt es erst durch einen anonymen Anruf bei der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Mai 1986:
Nahe des Reaktors Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) wird eine Strahlung von bis
zu 50 000 Becquerel pro Quadratmeter Boden gemessen. Der Betreiber führt das auf
die Katastrophe von Tschernobyl zurück. Das Freiburger Öko-Institut meint, 70
Prozent der Belastung seien die Folge eines Störfalls in Hamm. Dieser wird drei
Wochen später bekannt.
Dezember 1987:
Bei der Untersuchung eines Fehlers im AKW Biblis A (Hessen) entdeckt die
Aufsichtsbehörde einen weiteren meldepflichtigen Störfall, der bereits einige
Tage zurück liegt.
August 1998:
Das Kieler Energieministerium rügt schriftlich den Betreiber des AKW Krümmel
(Schleswig-Holstein), weil ein Sabotageakt auf dem Kraftwerksgelände nicht
sofort gemeldet worden ist.
August 2001:
Beim Anfahren der Anlage Philippsburg 2 (Baden- Württemberg) werden die vier
Flutbehälter des Notsystems nicht ausreichend gefüllt. Ein Störfall, den der
Betreiber nicht meldet.
Dezember 2001:
Weil der Betreiber des AKW-Brunsbüttel die Behörden erst drei Tage nach dem
Platzen einer Leitung darüber informiert, äußert das Bundesumweltministerium
"Zweifel an der Zuverlässigkeit des Betreibers" - eine Drohung mit dem Entzug
der Betriebserlaubnis.
(Quelle: Weser Kurier online vom 10.07.2008)
2008, Untersuchungen zu Vorfällen im Atommüll "Versuchslager" Asse II:
Aus dem Dunkel der Schachtanlage des ehemaligen Salzbergwerks sickerte jetzt
unglaubliches ans Licht der Öffentlichkeit. Dazu gibt es jedoch schon eine lange
Vorgeschichte ...
Vor über 40 Jahren:
AnwohnerInnen der Asse protestieren gegen die Einlagerung von Atommüll im nassen
Salzbergwerk. Vergebens: 130.000 Fässer radioaktiver Müll werden eingelagert –
angeblich „versuchsweise“.
Ende 1978:
Die Einlagerung von Atommüll wird wegen auslaufender Genehmigungen beendet.
Vor über 10 Jahren:
Es gibt harsche Kritik an der Verfüllung des Schachtes mit lockerem Salz. Diese
„Rettungsmaßnahme“ kann weder die Instabilität noch das drohende Absaufen
verhindern.
2008:
Der Schacht soll mit Salzwasser gefüllt werden. Am 16.06.2008 stand das Thema auf der Tagesordnung im
Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages.
Das Helmholzzentrum München (HZM, Betreiber des Atommülllagers) wurde zur Cäsium (Cs-137) Belastung in der Lauge befragt. Hierbei musste er eingestehen, dass auf der 750-m-Sohle mit radioaktiv kontaminierter Lauge hantiert wird, deren Belastung die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung um das 8-fache überschreitet. Diese Lauge stammt laut Einschätzung des HZM aus dem Cali-Baufeld, das in den 30er und 40er Jahren mit nassem Salzgruß geschlossen wurde. Seit 2007 wurden ca. 80m³ belastete Lauge zur Endlagerung auf die 975-m-Sohle transpotiert.
Bisher wurde immer behauptet, dass seit dem Ende der Atommüll Einlagerungen keine Arbeiten mehr am Atommüll durchgeführt worden seien. Im Rahmen der Befragungen kam erst jetzt ans Licht, dass durch den Transport der belasteten Lauge zur Endlagerung auf die tiefergelegene Schachtsohle gößere Mengen Atommüll in der Schachtanlage bewegt wurden - wie der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Online Ausgabe vom 10.07.2008 berichtet, offensichtlich ohne Genehmigung!
Vor dem Hintergrund von Gutachten und den Ausagen von Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden, dass heute niemand den Fehler machen würde "in so einem maroden Bergwerk wie Asse II Atommüll einzulagern" lässt diese Geheimniskrämerei wieder einmal tief blicken: Die im Dunkel (des Salzbergwerks) sieht man nicht (und auch nicht das, was die da unten so treiben!).
Bis zum 13.6.2008 behauptete das HZM noch, der Atommüll läge trocken und in gebundener Form im Bergwerk. Auch auf die Frage des Landkreises Wolfenbüttel zur radioaktiven Belastung der Lauge gab das HZM noch am 30. April 2008 an, es handele sich dabei nur um Cs-137 mit einer Aktivierungskonzentration, welche im Bereich der Umweltradioaktivität läge. Die 8-fache Überschreitung des Grenzwertes wurde verschwiegen.
Kurze Zeit später wurde bekannt, das HZM plane in seinem Schließungskonzept die Flutung der Schachtanlage mit Salzwasser. Nach Informationen der taz vom 28.05.2008 fiel die Entscheidung für dieses Verfahren aus Kostengründen. Das Fluten der Schachtanlage sei billiger und ginge schneller als ein Füllen des Bergwerks mit festem Material oder das Ausräumen der insgesamt 47.000 Kubikmeter radioaktiven Mülls. Das Ergebnis einer Überprüfung der Flutungspläne im Rahmen des öffentlichen Begleitprozesses besagt, durch eine solche Maßnahme würden innerhalb weniger hundert Jahre die Grenzwerte überschritten.
Die "Hannoversche Allgemeine" berichtete am 26.05.2008, das Bundesamt für Strahlenschutz rechne schon in 150 Jahren mit einer mehrfachen Überschreitung von Grenzwerten.
Trotzdem verfolgen der Betreiber und die Behörden nach Angaben des Asse-II-Koordinationskreises weiterhin diesen Weg!
Die im Asse-II-Koordinationskreis zusammengeschlossenen Kritiker des Endlagers haben deshalb Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, alle Vorbereitungen zur Flutung des Endlagers sofort zu stoppen und den Schließungsplan zurückzuweisen. Um spätere Grenzwertüberschreitungen zu verhindern, müsse man den Atommüll dann wieder an die Erdoberfläche holen.
(Quelle: Asse-II-Koordinationskreis)
Terror
Gerne ausgeblendet wird von Atomkraftbefürwortern auch die Gefahr durch terroristische Angriffe, obwohl sich alle Parteien, also auch die CDU, sehr wohl dieser Gefahr bewusst sind. Das war bereits in der Online Ausgabe des "Spiegel" vom 31.01.2003 nachzulesen. Der Wunschgedanke, ein komplettes Atomkraftwerk in einer künstlichen Nebelbank verschwinden lassen zu können, um es gegen den gelenkten Einschlag eines Passagierflugzeugs zu verstecken (ngo-online - Internet-Zeitung für Deutschland vom 16.09.2005), erinnert allerdings stark an die hilflose Empfehlung aus den 1950er Jahren, sich gegen die Folgen eines Atombombenangriffs durch eine über den Kopf gehaltenen Aktentasche zu schützen.
Greenpeace Deutschland hat auf seiner Internetseite am 03.08.2007 das Ergebnis einer
Studie veröffentlicht, die ein unzureichendes Sicherheitskonzept
für die deutschen Atomkraftwerke gegen terroristische Angriffe belegt.
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Schlussbemerkung:
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Darum ...
... muss der Ausstieg aus der Atomenergie wie geplant fortgesetzt werden.
... dürfen die "Restlaufzeiten" vorhandener Atomkraftwerke nicht verlängert werden.
... Hände weg von der Atomenergie!
Zum Weiterlesen:

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Diese Seite ist eine Anlage zum Kapitel "Globale Welt" meiner Homepage
"Das
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Artikel zu aktuellen Entwicklungen und Ereignissen werden von Zeit zu Zeit in
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Kommentare
zum Thema Atomkraft können gerne in meinem Blog "juwi's welt" abgegeben werden
(Artikel "Atomkraft? Nein Danke!").